Papierherstellung
Der Begriff Papier kann entweder von dem französischen Wort „papier“, oder aber von dem griechischen Wort „pàpyros“ abgeleitet werden, was Papyrusstaude bedeutet. Diese Bedeutung rührt daher, dass das faserige Mark dieser Pflanze im antiken Ägypten zu Blättern bzw. Rollen verarbeitet wurde, die später beschrieben wurden.
Auch heute noch besteht das Papier vorwiegend aus pflanzlichen Fasern. Wobei wir bereits bei dem Hauptverwendungszweck des Papiers wären, dem Beschreiben und Bedrucken. Darüber hinaus hat das Papier aber auch vielfältige andere Verwendungszwecke wie häufig in der Verpackungsindustrie als Pack- und Füllmaterial, als Hygienepapier (z.B. Toilettenpapier), oder als Spezialpapier (z.B. Tapete).
Die üblichen Materialien zur Papierherstellung sind Zellstoff, ein Holzstoff, der sogenannte Holzschliff und Altpapier, wobei Letzteres inzwischen europaweit eine bedeutende Rolle spielt.
Geschichte der Papierherstellung
Bahnbrechend im Sinne der heutigen Papierherstellung war China. Der Chinese Ts `ai Lun entwickelte 105 n. Chr. zum ersten Mal Papier, wie wir es heute kennen. Damals wurde der Papierstoff aus Seidenabfällen hergestellt, die wiederum mit anderen Materialien vermischt wurden. Im 2. Jahrhundert existierten in China bereits Papiertaschentücher und im 6.Jahrhundert sogar Toilettenpapier. Im 5. Jahrhundert nach Christus entwickelte die Kultur der Maya ebenfalls einen papierähnlichen Stoff aus verpressten Baststrängen, der sich zum Beschreiben eignete. Was Europa betrifft, so waren die Spanier die Pioniere der Papierherstellung. Deutschland wird diesbezüglich erst im Jahr 1389 das erste Mal erwähnt.
Papierherstellung Heute
Heutzutage werden jährlich etwa 300 Millionen Papier weltweit hergestellt. Papier kann man entweder manuell oder industriell fertigen. Im Groben benötigt man dafür etwa 60 Arbeitsschritte. Eine erste Maßnahme bei der Herstellung von Papier ist die Zerlegung der einzelnen Faserteile des Zellstoffs, der anschließend mit einer großen Menge Wasser versetzt und zu einem Brei verarbeitet wird. Dies ist der sogenannte Stoff, oder das Zeug. Anschließend wird diese Masse nach mehrmaliger Reinigung auf ein feines Sieb, auf dem ein Großteil des Wassers abtropft, aufgebracht. Durch Bewegungen des Siebs legen sich die einzelnen Fasern aufeinander und bilden so ein Vlies, das man als das Papierblatt bezeichnet. Die Fasern liegen dabei alle in einer Laufrichtung. Bei der maschinellen Herstellung ist diese Richtung meist längs zum Endlosband, auf dem der „Papierbrei“ liegt. In der sogenannten Nasspresse wird dem Papier weiteres Wasser entzogen. Ist dieses dann in der Trockenpartie getrocknet, so kann die Oberfläche geschlossen, also imprägniert werden. In aller Regel geschieht dies mittels Stärke, modifizierter Cellulose oder Polyvinylalkohol. Diesen Arbeitsschritt nennt man Leimung. Der Leim sorgt dafür, dass das Papier beschreibbar wird.
Nach der Herstellung kann eine Veredelung des Papiers in der Streichmaschine erfolgen, wobei die Streichfarbe aus mehreren Einzelkomponenten aufgebaut ist