Wellpappe
Heutzutage kommt man in der Verpackungsindustrie sowie im Alltag kaum mehr an ihr vorbei – der Wellpappe. Sie ist eine weltweit beliebte und verbreitete Verpackung. Ob im Einzelhandel als einfache Faltkiste, Verkaufsaufsteller direkt im Supermarkt, Umzugskarton oder sogar als Rohstoff für Möbelstücke wird sie gerne eingesetzt. Zu verdanken haben wir die Erfindung der Wellpappe dem Amerikaner Albert Jones, der am 19.12.1871 Patent dafür anmeldete.
Trotz der Leichtbaukonstruktion aus Papier und Stärkeleim erreicht Pappe eine relativ hohe Stabilität, die sich aufgrund der Wellenform ergibt. Dabei werden in einer oder mehreren Schichten (im Einzelfall sogar bis zu sieben) unterschiedliche Papierbahnen miteinander verleimt.
Bei der Herstellung von Wellpappe wird auf das physikalische Prinzip des Rundbogens zurückgegriffen. Wird zum Beispiel beim Transport einer Verpackung Druck auf diese ausgeübt, so fangen die Wellen diesen Druck auf und verteilen ihn gleichmäßig auf die äußeren Kartonschichten. Allerdings war dieses Prinzip bereits lange vor der Wellpappe geläufig.
Aufgrund der verschiedensten Verwendungszwecke und Belastungsansprüche an das Verpackungswunder werden sogenannte Wellpappearten unterschieden. Es gibt ein-, zwei- oder dreiwellige Arten von Wellpappe, wobei am häufigsten die einwellige Wellpappeart zum Einsatz kommt. Diese besteht aus Außendeckenbahn, Wellenbahn und Innendeckenbahn.
Charakteristisch für das Papier der Deckenbahnen ist die hohe Berst- und Reißfestigkeit, das Papier für die Wellenbahnen hingegen wird bezüglich Stapelfähigkeit oder bestimmter Polstereigenschaften gewählt. Die gängigsten Vertreter der einwelligen Wellpappe sind die Mittelwelle (C-Welle), die Feinwelle (B-Welle) und die Feinstwelle (E-Welle). Bei den zweiwelligen Arten findet man größtenteils Kombinationen aus Fein- und Mittelwelle (BC-Welle). Die dreiwelligen Wellpapparten sind dagegen aus einer Mischung von Grobwelle, Mittelwelle und Grobwelle (ACA) oder Feinwelle, und zweimal Grobwelle (BAA) aufgebaut. Für hohe Ansprüche an die Stabilität einer Wellpappe kommen überwiegend die mehrwelligen Arten zum Einsatz.
Dreiviertel des Papiers für die Wellpappenherstellung liefert recyceltes Altpapier. Auch die Wellpappe an sich ist ein umweltfreundliches Produkt, da sie in Deutschland fast hundertprozentig wiederverwertbar ist.
Die Vorteile der Wellpappe in der Verpackungsindustrie liegen klar auf der Hand: sie besticht durch Leichtigkeit, Vielseitigkeit, niedrigen Kostenfaktor und präsentiert sich so als preiswerter Alleskönner.
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